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 Grundsätzliches zur erfolgreichen Arbeit mit der "WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER"

Sehr viele Imkerinnen und Imker wollen immer wieder wissen, wie in der WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER (WLB) zu imkern sei, weil doch der Honigraum nicht wie bei den sonst üblichen und konservativen Bienenwohnungen über, sondern seitlich neben dem Brutraum liegt. Man glaubt, dass hierdurch bedingt besondere Betriebspraktiken erforderlich seien und daher die praktische Arbeit mit der WLB besonders arbeits- und/oder zeitaufwendig und "neu" sei und eine gewisse Umlernzeit und Eingewöhnung erforderlich werden würde. Dies ist aber durchaus nicht der Fall.
Die praktische Arbeit in der WLB unterscheidet sich kaum von der Arbeit in anderen Beuten, z.B. dem Magazin oder der Warmbau-Auszugs-Beute. Alles was in diesen Beuten gewissermaßen "von unten nach oben" praktiziert wird, geschieht in der WLB von rechts nach links oder umgekehrt. Z.B. werden die Waben beim Umhängen (Honigraum, Brutdistanzierung usw.) in der WLB seitlich in den Honigraum umgehängt; das ist alles. Die Vorteile dieser Arbeitsmöglichkeiten ergeben sich somit ganz zwangsläufig, weil jegliches Heben und Hieven entfüllt. Man muss nicht, um an die Waben des Brutraumes zu gelangen, die oberen Zargen abheben, seitwärts abstellen und nach der Durchsicht des Brutraumes, diese Zargen (mehr oder minder schwer) wieder aufsetzen.
Um die Volksstärke und den Sitz des Volkes zu überprüfen, genügt das einfache Aufklappen des Daches und die Abnahme der lose aufliegenden ROOFMATE-Platte und schon kann man durch die glasklare Abdeckfolie, wie durch ein Fenster, alles Erforderliche erkennen. Ein Öffnen des Volkes mit damit verbundener Volksstörung entfällt, was sich auf die Entwicklung und die Sanftmut des Volkes durchaus positiv auswirken muss.
Dass bei allen Arbeiten an den Völkern in der WLB keinerlei Kräfteaufwand erforderlich wird, wurde weiter vorne im Abschnitt TEIL A schon ausführlich dargelegt

Die Nachsommerpflege und Einwinterung der Völker

Unser Ziel ist es, möglichst starke und vor allem auch gesunde Völker einzuwintern. Nur gute, d.h. an Jungbienen starke und gesunde Völker sind in der Lage, auch optimal durch- und auszuwintern und danach eine zügige, den jeweiligen Umweltverhältnissen angepasste Frühjahrsentwicklung bis zur erforderlichen und frühen Trachtreife zu gewährleisten, ohne dass der Imker im nächsten Frühjahr besondere, sogenannte "pflegerische" Maßnahmen durchführen muss. Nur mit wirklich optimal eingewinterten Völkern ist man nächstjährig in der Lage, schon die erste Tracht aus Obst- und Löwenzahnblute einzubringen. Eine gute und gewissenhaft durchgeführte Nachsommerpflege ist schon der Beginn der Einwinterung. Was an pflegerischen Maßnahmen in Nachsommer nach der letzten Tracht an den Völkern versäumt wird, ist zu keinem späteren Zeitpunkt - auch nicht durch noch so ausgetüftelte und aufwendige Praktiken oder gar durch sogenannte "Medikamente" - nachzuholen oder wettzumachen!
Sofort nach Trachtschluss sind die Völker abzuschleudern. Man warte nicht auf eine unsichere und fast nie eintreffende Nachtracht. In den meisten Gegenden ohne relativ sichere Spättracht (z.B. aus Gamander, Heide oder Weißtanne) ist die Tracht um den 20. bis 25. Juli mit Sicherheit zu Ende. Danach muss sofort abgeschleudert werden. Bei den im Nachsommer meist hohen Temperaturen Ist der Honig bald nach dem Eintragen ausreichend eingedickt und kann schon 3-4 Tage nach Trachtende geschleudert werden, auch wenn die Zellen noch nicht verdeckelt sind. Um ganz sicher zu gehen, könnte man (sollte man eigentlich immer) ein Refraktometergerät zur Bestimmung des Wassergehaltes verwenden.
Sofort nach dem Abschleudern, am besten noch am gleichen Tage, sollte man beginnen, den im Laufe des Sommers den Völkern entnommenen "Winterspeck" (den Honig) durch geeignete Fütterung zu ersetzen. Dies geschieht zunächst damit, dass man den Bienen einen Teil der ausgeschleuderten, noch stark honigfeuchten Waben wieder in die Honigräume einhängt. Hierzu gibt man vor allem jene Waben zurück, welche ohnehin bald ausgeschieden werden sollen; Altwaben also und sehr schlecht ausgebautes Wabenmaterial.
Diese honigfeuchten Waben hängt man vorne an der Stirnwand des Honigraumes beginnend "auf Lücke" so ein, dass der Abstand zwischen den einzelnen Waben ca. 3-4 cm beträgt. Auch gebe man nur so viele Waben zurück, dass hinter der letzten eingehängten Wabe noch ausreichend Platz verbleibt, um dort das zu verwendende Futtergerät (Eimer, Futterkasten) unterbringen zu können.
Noch relativ helle und junge Waben des ausgeschleuderten Honigraumes werden sofort nach dem Ausschleudern in den Wabenschrank gehängt, ohne sie vorher von den Bienen auslecken zu lassen. Diese Waben werden im kommenden Frühjahr bei der Eröffnung des Honigraumes benötigt, denn sie werden nach dem Einstellen sofort von den Bienen besetzt und ausgeleckt und damit ist die Annahme, die reibungslose Besetzung des neu gegebenen Honigraumes gesichert. Siehe hierzu auch den Abschnitt "Die Freigabe des Honigraumes".
Früher hat der Verfasser diese in den Honigraum zurückgegebenen Waben wegen des "Raumsinnes" der Völker bis in den Oktober hinein, also auch während der ganzen Auffütterungszeit, im Honigraum belassen, um den Völkern Gelegenheit zu geben, das gereichte Futter teilweise darin ablagern zu können. Später wurde ein Großteil dieses hier abgelagerten Futters von den Bienen in den Brutraum, dem zukünftigen Überwinterungsraum umgetragen. Leider erlebt man auch, dass ein Teil der so behandelten Völker (im besonderen die schönsten und stärksten Völker) das Futter nicht in den Brutraum, den Überwinterungsraum umtragen, und dass danach dieses nicht umgetragene Futter im Nachwinter fehlt. Außerdem sind diese im Honigraum belassenen Waben später, wenn sie zum Wachsumtausch ausgeschnitten werden sollen, nicht frei von Futter.
Heute entfernt der Verfasser diese im Honigraum hängenden ausgeleckten Waben nach einigen Tagen wieder und belässt im Honigraum nur noch das Futtergeschirr. So kann man danach diese Waben ausschneiden und futterfrei dem Wachsumtausch zuführen.
Die Ansicht, dass die Völker dann, wenn ihnen nicht "genügend" Wabenfläche zur Verfügung steht, merklich schwächer werden würden, hat sich in der WLB nicht bestätigt. Es verbleibt den starken Völkern neben dem Brutraum mit 15-18 Waben auch noch der wabenleere Honigraum frei zugänglich und die Völker bleiben stark. Lediglich das Futtergerät wird im Honigraum untergebracht. Man bedenke: Es verbleibt auch einem starken Volke immer noch ein Überwinterungsraum zur Verfügung, welcher immerhin 18 Waben fasst. In einem solchen Überwinterungsraum hat auch das stärkste Volk ausreichend Platz für die spätere Wintertraube.
Um aber zu vermeiden, dass auf den hinteren Waben des Überwinterungsraumes (hinter dem Brutnest) zu viel Futter abgelagert und gar verdecke!t wird, entnimmt man vorteilhaft die letzten 3 Waben des Brutraumes (Waben 16,17+18). Das sind in der Regel eine brutfreie Wabe sowie das oder die Baurähmchen. So verbleiben dem Volk nunmehr 15 Waben. Dahinter hängt man, um Wildbau während der Auffütterung zu vermeiden, ein Rähmchen mit eingelöteter Mittelwand und 2 Rähmchen mit Anfangsstreifen (Baurähmchen). Diese Mittelwand und auch die beiden Baurahmen werden von guten Völkern während der Auffütterung tadellos ausgebaut und auch teilweise mit Futter gefüllt, aber nur selten verdecke!t.
Gefüttert wird im Honigraum und die Bienen tragen das Futter von hier in den Brutraum, dem zukünftigen Überwinterungsraum. Etwa Ende Juli (in "mageren" Jahren auch schon früher) tragen die Bienen das Futter gerne in die Nähe des Brutnestes. Man spricht dabei von der "brutnahen Stapelung". Dies bedeutet, dass das gereichte Futter -falls nicht eine zu starke Brut-Reizwirkung von der Fütterung (z.B. Futterteigen) ausgeht- fast ausschließlich in Brutnähe, den Überwinterungswaben abgelagert wird. Hier wird es über Winter benötigt und hier lagert es also an der rechte Stelle.
Gut ist, wenn vor Beginn der Fütterung (oder besser: schon vor dem Abschleudern) der Brutraum für die Überwinterung geordnet und hergerichtet wurde. Nicht bebrütete, sogenannte "Jungfernwaben" sollten aus dem Brutnest entfernt werden. Auch solche Waben, welche nur noch Brutreste enthalten, aber sonst unbebrütet sind, gibt man nach hinten als Brutnestabschluss, damit dem Wintervolke im künftigen Wintersitz nur gleichmäßig bebrütetes Wabenwerk zur Verfügung steht.
Brutstarken Völkern, welche über den einzelnen Brutflachen nur geringe oder keine Futtervorräte haben, hängt der Verfasser gerne in die Mitte des Brutnestes eine schon mehrmals bebrütete Leerwabe ein. Wenn unmittelbar danach gefüttert wird, tragen die Bienen diese Waben total voll mit Futter. Dies scheint (nach alter Lehre) falsch zu sein, hat sich aber in der Praxis bestens bewährt. Diese inmitten des Brutnestes eingehängte und total mit zunächst unverdeckeltem Futter gefüllte Wabe wird hier von den Bienen nicht geduldet und sie tragen daher alsbald aus der unteren Wabenhälfte das Futter bald wieder ab, um diese Fläche dann von der Königin bestiften zu lassen. So hat man die Gewähr, dass inmitten des künftigen Wintersitzes wenigstens auf einer Zentrumswabe ein ausreichend hoher Futterbogen vorhanden ist.
Die ganz hinten als Abschluss eingehängte Mittelwand und die Baurahmen werden meist während der Auffütterung ausgebaut und mit Futter gefüllt, aber nur sehr selten (oder bei Überfütterung) verdeckelt. Bei Eintritt der kühleren Jahreszeit (etwa Mitte Oktober), wenn die Völker sich langsam zur Wintertraube zusammenziehen, verlassen die Bienen diese hinteren Waben und tragen zuvor das hierauf abgelagerte Futter wieder ab, um es weiter vorne, im künftigen Wintertraubenbereich (dort wo die letzte Brut schlüpft) neu einzulagern Ist dies geschehen, und die Bienen haben sich schon nach vorne (oder zur Mitte) zum Wintersitz zusammengezogen, werden die Jungfernwaben und auch die Baurahmen entnommen. Hier entsteht nunmehr im hinteren Teil des Überwinterungsraumes ein guter "Pufferraum" für die gute Überwinterung. Das Einenge-Schied wird bei starken Völkern nicht eingehängt.

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Vorschwärme und Ableger mit "alter" Königin; 
vereinigen oder auflösen ?

Alljährlich im Nachsommer steht man vor der Frage, was mit den Ablegern, welche im Laufe des Vorsommers aus schwarmtriebigen Völkern mit "alter" Königin gebildet wurden, und mit den Vorschwärmen mit "alter" Königin geschehen soll.
Verfasser hält nichts davon, solche "Völker", welche weniger als 12 Waben belagern als Reservevölker einzuwintern. Nicht selten kommt es vor, dass ein Vorschwarm nur 8-10 Waben belagert und noch die alte Königin besitzt. Auch bei manchen Ablegern, welche beispielsweise noch immer im Ablegerkasten sitzen und daher nur ca. 6 Waben belagern, steht man vor der Frage: "Einwintern oder Auflösen, oder mit anderen Völkern vereinigen?"
Solche Reservevölker mit "alter" Königin weisein nicht selten während der Auffütterung unbemerkt still um und es kommt relativ oft vor, dass die Jungkönigin verloren geht, oder nicht mehr begattet wird. Danach sind solche Völker immer Sorgenkinder. Daher werden beim Verfasser solche Völker während der Auffütterungszeit mit in die Fütterung (mit kleinen Gaben) einbezogen und langsam aufgelöst. Dieses Auflösen geschieht derart, dass den aufzulösenden Völkern laufend (jede Woche) die jeweils verdeckelte Brut genommen und ohne Bienen anderen, aufstrebenden Jungvölkern oder Wirtschaftsvölkern zugehängt werden.
Die auf diese Weise verstärkten Völker zeigen durch den Brutzuwachs später eine sehr gute und volkssstarke Über- und Auswinterung und die um die Brutwaben geschröpften Völker werden bis zur totalen Erschöpfung laufend um ihre schlupfreife Brut geschröpft. Auf diese Weise wird beispielsweise ein Ableger mit gerade noch tauglicher Königin, welcher auf 6 Waben sitzt, im Laufe der nächsten 5-6 Wochen insgesamt etwa 8-10 Brutwaben hergeben können. Immer, wenn man diesen Ablegern (Vorschwärmen) die verdeckelten Brutwaben nimmt, hängt man gleichzeitig entsprechend hellbraune Waben zu, damit diese wieder neu bestiftet werden.
Auf diese Weise ist man in der Lage, die Legeleistung der alten auszuscheidenden Königin optimal auszunutzen, zum Vorteil anderer Völker. .
Da in diesen aufzulösenden Ablegern oder Vorschwärmen ab Ende Juli keine Brut mehr schlüpft, weil ja die verdeckelten Brutwaben laufend entnommen wurden, sind in diesen Völkern Ende August oder in der der ersten Septemberwoche diese aufzulösenden Völkchen sehr schwach geworden und die verbliebenen Bienen sind längst zu Altbienen geworden, welche für die Überwinterung nichts mehr taugen.
Ist dieser Zustand erreicht, entnimmt man die letzte Brut (ohne Bienen) und alle anderen teilweise mit Futter gefüllten Waben und belässt nur eine einzige (möglichst leere) Wabe. Danach wird das geschröpfte Volk am Abend, nach Einstellung des Fluges abgeschwefelt und die Beute am nächsten Tage gesäubert. Wer aber nicht abschwefeln will, der sollte die letzten Bienen vor dem Stande abfegen, nachdem sie sich noch einmal voll Futter saugen konnten. Der Kasten des aufzulösenden Völkchens wird natürlich geschlossen und verhängt oder gänzlich von seinem Platz entfernt. Die abgefegten Bienen betteln sich bei einem der Nachbarvölker ein.
Letzteres liebt der Verfasser gar nicht, denn dieses Einbettein geht im Spätsommer/Frühherbst nicht immer ohne Verluste und Beißereien. Auch ist die Gefahr einer aufkommenden Räuberei nicht zu unterschätzen. Die meisten der abgefegten Bienen erleben ohnedies den Winteranfang nicht mehr und außerdem ist zu befürchten, dass diese Altbienen Nosematräger sind und damit für die Gesundheit des verstärkten Volkes gar nicht willkommen sein können. Daher sollte man eigentlich (so schwer es auch sein mag), diese Altbienen durch schwefeln abtöten und später irgendwo vergraben, oder in der Heizung verbrennen. Man ist oft erstaunt, wie wenige Bienen nach dem ständigen Schröpfen um verdeckelte Brut letztendlich nur noch am Leben sind. Diese abzuschwefeln ist wirklich nicht schade.

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Versorgung der Völker mit Winterfutter

Das den Völkern zu verabreichende Futter kann selbstverständlich in verschiedenster Form angeboten werden. Es gibt keine Flitterungsart, die vom Verfasser noch nicht erprobt wurde. Von Trockenzucker über die in den 60er Jahren so sehr gelobte "Futtermaische" (das war honigfeuchter Haushaltszucker), Bäckerfondant, käufliche oder selbst hergestellte Futterteige, fertigen Futtersirup, bis hin zum traditionellen Flüssigfutter in verschiedenen Konzentrationen; alles wurde erprobt.
Jede Futterart hat Vor- und Nachteile und jede Imkerin, jeder Imker sollte die ihm -aber auch dem Bienenvolke!- genehme Futterart wählen. Wer es sich bequem machen will, der gibt seinen Völkern je ein etwa 15 Kilo wiegendes Paket Fertig-Futterteig in den Honigraum. Dabei sollte man aber bedenken, dass die Bienen zur Aufbereitung dieses Futters enorme Energien aufwenden müssen, um dieses Futter abzutragen und mit den" erforderlichen Wassergehalt in den Zellen der Waben abzulagern. Meist stellt sich nach der Verfutterung eines solchen Futterpaketes heraus, dass die Völker durch diese Futterart noch einmal ein sehr großes Brutnest angelegt bzw. beibehalten haben, dass aber das gereichte Futter für die verlustlose Überwinterung nicht ausreicht. Die Völker verbrüten einen Großteil dieses Futters, so dass noch nachgefüttert werden muss. Diese Futterteige müssen auch sofort nach dem Abschleudern gereicht werden. Spätere Gabe dieser Teige ist nicht vorteilhaft.
Wesentlich besser ist die Verfütterung eines fertigen Sirups, welcher sich besonders gut bewährt. Dieses Sirupfutter aufzunehmen und ordentlich in die Zellen zu lagern fällt den Bienen relativ leicht, weil sein Wassergehalt etwa dem des Honigs entspricht. Dies bedeutet, dass das Futter fast vollständig als Winterfutter zur Verfügung steht. Die Bienen müssen bei diesem Futter keine Eindickungsarbeit vornehmen. Dieses Futter ist sehr bienenschonend und Überall dort besonders zu empfehlen, wo relativ spät aufgefüttert werden muss, oder wo es darum geht, durch eine vorausgegangene völkerstrapazierende Tracht die Völker durch eine andere Futterart nicht noch einmal zu strapazieren.
Verfasser füttert wieder - wie in alten Zeiten- mit selbsthergestelltem Flüssigfutter. Dieses wird hergestellt aus einem Kilo Zucker und einem Liter heißem Wasser. Durch Rühren ist der Zucker sehr bald aufgelöst und so kann das aufbereitete Futter danach etwa "handwarm" den Bienen verabreicht werden. Diese Fütterungsart nennt man "Flüssigfutter 1:1", weil Zucker und Wasser zu gleichen Gewichtsteilen gemischt werden. Allerdings ist bei dieser Fütterungsart erforderlich, den Völkern einige Liter dieser Lösung mehr zu geben als bei konzentrierterem Futter, weil mehr Wasser von den Bienen aus dem Futter ausgeschieden werden muss. Dies hat aber zur Folge, dass dieses "dünne" Futter bestens invertiert wird.
Verfasser füttert diese Futterlösung, weil zu dieser Jahreszeit sonst nichts an den Völkern zu tun ist und weil im Gegensatz zur Vorsommerzeit keine anderen Arbeiten (Zucht, Ablegerbilden, Schwarmverhinderung, Schleudern usw.) anstehen. Wenn man den Völkern bei jeder Fütterung ca. 3,5 Liter gibt, so ist jedes Volk nach 5-7 Fütterungen (je nach Eigenvorrat) mit ausreichend Winterfutter versorgt.
Diese rel. große Menge Flüssigfutter erzwingt von den Einzelbienen eine sehr hohe Arbeitskraft und die Völker werden während der Fütterungszeit oft von Liter zu Liter etwas schwächer, was aber durchaus nicht nachteilig ist. Da beim Verfasser die Tracht oft schon Anfang Juli zu Ende geht, sind die Völker noch derart volkstark, daß sie regelrecht überquellen. Hier ist daher gut, wenn durch die Flüssigfütterung, die mit einer natürlichen Nektartracht große Ähnlichkeit hat, die Altbienen noch vor dem Winter regelrecht abgefüttert werden. Diese, der Naturtracht sehr ähnlche Flüssigfütterung hat große Vorteile in Bezug auf die Gesundheit der Wintervölker. Altbienen sind Nosematräger und diese werden bei dünnflüssiger Futterung (vor allem über den wabenleeren Honigraum) auf nützliche Art beseitigt.
Selbstverständlich kann man die Flüssigfütterung auch mit höheren Konzentrationen durchführen. Z.B. 2 Liter Wasser und 3 Kilo Zucker. Auch diese Konzentration hat sich sehr gut bewährt. Beide letztgenannten Fütterungsarten erfordern eine länger dauernde Auffütterungszeit.
Mit welcher Fütterungsart man auch futtern mag, wichtig ist, dass das erste Futter sogleich nach dem Abschleudern beginnend gereicht wird. Dieser rel. frühe Flitterungsbeginn sollte nicht nur der ersten Vorratsbildung für den Winter dienen, sondern auch noch einen gewissen Brutreiz ausüben, damit die Völker nicht schon jetzt mit der Brutpflege zu sehr nachlassen. Wir wissen, dass die Juli/Augustbrut die meisten der späteren Überwinterungsbienen liefert. Diese Winterbienen sollten aber auch nach ihrem Schlupf möglichst keine schweren Arbeiten mehr verrichten müssen. Weder sollten sie noch im Herbst Brut pflegen, noch sollten sie zu dieser Zeit mit einer Massiven Futteraufbereitung beschäftigt werden, um sie als unverbrauchte Bienen den Winter Überleben zu lassen. Man bedenke doch, dass im Naturzustand, ohne den honigraubenden Iraker das Bienenvolk seinen Wintervorrat schon im Frühjahr beginnend anlegt. Jeder Honigüberschuss dient eigentlich dem späteren Wintervolk sozusagen als "Winterspeck". Damit haben die eigentlichen Überwinterungsbienen keinerlei Arbeit mehr zu verreichten. Sie werden geboren, mästen sich von den vorhandenen Pollenvorräten ganz eigennützig ein gutes Fett-Eiweiß-Polster unter ihrem Chitinkleid an und bewahren sich damit in jugendlicher Frische, damit sie im kommenden Nachwinter/Frühjahr, schon vor dem ersten Pollenangebot mit der Brutpflege beginnen und damit gute und vitale (gesunde) Frühjahrs- und Vorsommerbienen aufziehen können. Die Winterbienen sollten ihre gesamte Kraft bis zum Frühjahr regelrecht konservieren. Dies hatte auch GERSTUNG schon um die Jahrhundertwende richtig erkannt und er schreibt in seinem Buch "Der Bien und seine Zucht" wörtlich:

"Bei der Frage nach den jungen Bienen im Frühjahr wird stets das Alter der Bienen der Zeit nach mit dem Alter ihres Trieblebens verwechselt. Nichtverbrauchte Triebkraft erhält sich Über den ganzen Winter hinweg bis zum Frühjahr. So kann es kommen, dass eine 7 Monate alte Winterbiene in ihrem Triebleben noch junger ist als eine 7 Tage alte Sommerbiene".

GERSTUNG hatte also schon damals richtig erkannt, dass es wichtig ist, unverbrauchte Bienen, die im Herbst keinerlei Arbeiten mehr verrichten müssen, in und über den Winter zu bringen. Wir sollten daraus die Lehre ziehen und unsere Bienen des Nachsommers in ihrer jugendlicher Kraft, unverbraucht in den Winter bringen, indem die Auffütterung der Völker möglichst früh begonnen und spätestens in der zweiten Septemberwoche beendet wird. Späteres füttern zehrt enorm an der Kraft der Winterbienen, denn durch zu späte Futteraufbereitungsarbeiten werden sie gezwungen, schon jetzt die für die Überwinterung so wichtigen und erforderlichen Kräfte zu verausgaben, also abzubauen, was einer gesunden Überwinterung abträglich ist.
Die Fütterung der Völker ist in der WLB vorteilhaft über den Honigraum durchzuführen. Dabei ist gleichgültig, mit welcher Fütterungseinrichtung das Flüssigfutter gereicht wird. So ist es beispielsweise durchaus möglich, den altbewährten Futtereimer (ohne Deckel) zu verwenden. Der gefüllte Futtereimer wird in den Honigraum eingestellt. Die Bienen nehmen dieses Futter aus dem oben offenen Eimer in 2-3 Tagen restlos auf. Nur ist wichtig, dass man oben auf die Futterlösung geeignete "Schwimmer" (z.B. Styroporflocken) und einen "Aufstieg" anbringt, um ein Ertrinken von Bienen zu vermeiden. Dazu kann man mit einfachen Behelfen arbeiten und es sind den eigenen Ideen keine Grenzen gesetzt.
Sehr gut hat sich der aus PU-Hartschaum gefertigte Futtertrog der Firma KUNESA in 66709 WEISKIRCHEN/Saar bewährt. Er fasst ca. 3,5 Liter Futter und kann anstelle von 3 Waben im Brut- als auch Honigraum eingehängt werden. Das Nachfüllen des Futters geht ohne Bienenverluste schnell durchzuführen. Wenn man mit diesem Futtertrog füttert, so ist er nach 2-3 Tagen geleert. Danach sollte man sofort noch einmal ca. 3,5 Liter Futter geben. Dies kann einfach und problemlos mit einer Gieskanne geschehen.
So hat man gleich nach dem Abschleudern, also nach 4-6 Tagen, jedem Volke etwa 6-7 Liter Flüssigfutter verabreicht. Das reicht vorerst einmal, um danach beruhigt in den Urlaub fahren zu können.
Schwächere Völker (Schwärme, Ableger) werden selbstverständlich im Brutraum gefüttert. Dies geschieht am vorteilhaftesten mit dem KUNESA-Futtertrog, den man hinter der letzten besetzten Wabe anhängt.
Sehr von Vorteil ist, wenn man eine Pause von einer Woche einlegt, damit die Bienen das aufgenommene Futter ordentlich zu einem "honigähnlichen Stoff verarbeiten, invertieren, eindicken und im zukünftigen Überwinterungsraum (seitheriger Brutraum) in Brutnähe ablagern können. Würde man mehrmals hintereinander mit gleichgroßen oder noch größeren Futtergaben füttern, hätte man zwar die Auffütterung schon nach ganz kurzer Zeit beendet. Eine solche schnelle Auffütterung mag zwar für den Magazinimker mit mehrräumiger Überwinterung verführerisch und auch bequem sein, sie ist jedoch für das Bienenvolk in der WLB nicht von Vorteil, wie die langjährige Erfahrung bewiesen hat. Die in großen Mengen und schnell hintereinander in das Volk fließenden Futterstrome konnten von den Bienen gar nicht ordentlich verarbeitet und an rechter Stelle gelagert werden. Es wurde in der Fütterungszeit jede frei werdende Brutzelle mit Futter überschwemmt und dadurch das Brutnest total "verzuckert" und "zerrissen" und es würde dadurch das Volk gehindert, noch einen vollen und vor allem umfangreichen Brutgang zur Winterbienenerzeugung entstehen zu lassen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass die Bienen das gereichte Futter - weil der größte Teil der noch vorhandenen Brut die Ablagerung des Futters in dem eigentlichen Wintersitz der Wintertraube verhindert auf weiter hinten hängende, brutfreie Waben ablagern und dort auch verdeckeln. Dies hätte zur Folge, dass dem Bienenvolke im Winter nicht ausreichend Futter auf den Haben des eigentlichen Wintersitzes zur Verfügung steht, während die Masse des Futters - für die Bienen im Winter und bei kalter Witterung unerreichbar - auf den hinteren Waben lagert.
Wenn man die Futtertröge 2 mal mit je 3.5 Liter Flüssigfutter gereicht hat, macht man daher vorteilhaft eine Pause von mindestens einer Woche. Danach wird weiter gefüttert. So wird die Fütterung über einen Zeitraum von mehr als einem Monat (von Ende Juli bis Mitte September) durchgeführt. Diese Art, die Völker gut mit Wintervorrat zu versorgen, belastet den Imker nicht besonders. Selbst dann nicht, wenn die Futteraufbereitung im Gegensatz zur Verabreichung von käuflichem Fertigfutter mehr Zeit und Arbeit verursacht

Beide Fotos zeigen die letzte Brut auf 2 Waben nach Ende der Auffutterung. Das Futter über der Brut ist in diesem Falle überreichlich. Mindesthöhe des Futterbogens auf der Brut sollte etwa 12 cm betragen. Das ist ausreichend.

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