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Das Wachsen der Völker

Zunächst werden die Völker nach der Auswinterung einige Zeit (bis etwa nach der Weidenblute) auf ihrer Auswinterungsstärke verharren; manche gar noch bis zu diesem Zeitpunkt - je nach Witterungsverlaufetwas schwächer werden. Auch Völker, die mit viel Altbienen in der Winter gegangen sind, oder anders geschwächt sind (Nosema, Varroatose, winterliche Störung usw.) zeigen zunächst noch kein Erstarken. Erst wenn massenhaft Brut schlüpft und die abgehenden und Überalterten Oberwinterungsbienen durch reichlich nachkommende Jungbienen ersetzt werden, dehnen sich die Völker weiter aus. Dies geschieht zunächst noch in dem bis dahin zur Verfügung stehenden Raum, denn die Völker wurden ja nicht eingeengt.
Wenn aber dann nach der Weidenblute die Völker den Überwinterungsraum wieder prall mit Bienen füllen, müssen erste Erweiterungswaben gegeben werden. Diese werden zunächst vor die hintere Abschlusswabe gehängt. Bei Futtermangel wird man zu diesem Zwecke Futterwaben verwenden, welche man beim Einschränken der Wabenzahl im zeitigsten Frühjahr entnommen hatte.
Die Völker sollten bei diesen Arbeiten so wenig wie nur möglich gestört werden. Ein völliges Aufdecken des Wabenbaues ist nicht erforderlich. Man wird bei diesen Arbeiten nur einen Teil der Plastikfolienabdeckung von hinten her zurückschlagen oder aufheben und den vorderen Teil zugedeckt lassen, um zu vermeiden, dass die Völker über Gebühr gestört werden, und dass zu viel Wärme abfließen und verloren geht.
Etwa bei Beginn der Wildkirschenblüte erwacht bei guten Völkern meist der Bautrieb in stärkerem Maße und nun sollten die Völker auch Baugelegenheit zum Ausbau von neuen Waben mit Arbeiterbau erhalten. Wir geben die ersten Rähmchen mit eingedrahteten Mittelwänden. Zunächst wird man je Volk nur eine einzige Mittelwand geben, welche (wie zuvor die Erweiterungswaben) vor die hintere Abschlusswabe, oder direkt an die Abschlussbrutwabe angehängt wird. 
Niemals sollte nm eine Mittelwand in das Brutnest geben!
Gute, gesunde und baufähige Völker bauen die Mittelwände hinter dem Brutnest sehr viel schöner und gleichmäßiger aus als mitten im Brutnest. Warum also sollten wir das Volk total auseinanderreißen und stören und uns eine zusätzlich Arbeit machen ? Ein Volk welches aber eine Mittelwand hinter dem Brutnest nicht ausbaut, ist noch nicht stark genug, oder der Bautrieb ist durch mangelnde junge Baubienen noch nicht erwacht.
Falls nicht schon früher geschehen, so wird man nun auch den guten und aufstrebenden Völkern neben der Mittelwand einen Baurahmen zum freien Bau von Drohnenwaben geben. Dieser wird regelmäßig (beim Verfasser alle 9 Tage) ausgeschnitten und wieder eingehängt. Das ausgeschnittene Baurahmenmachs mit den jungen Drohnenmaden wandert in den Sonnen-Wachsschmelzer.
So wachsen die Völker nun wieder in den gesamten Brutraum hinein und werden die 18 Waben dieses Raumes bald dicht besetzen. Schwächeren Völkern wird man selbstverständlich weniger Waben geben und nach jeder zugegebenen Wabe das Einenge-Schied hinter der letzten Wabe einhängen.

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Die Freigabe des Honigraumes

Die Honigraumfreigabe ist keine rein wirtschaftlich-technische Maßnahme; vielmehr erfüllt man mit ihr, wenn sie richtig und zum rechten Zeitpunkt durchgeführt wird, eine biologische Notwendigkeit. Den stetig wachsenden Völkern muss im Frühjahr der Raum erweitert werden, um die bestmögliche Entwicklung für die spätere Volksstärke zur höchstmöglichen Trachtausnutzung nicht zu bremsen. Damit verbunden ist die scharfe Trennung des Gesamtwabenbaues in zwei Teile. Der Königin wird der Zugang in den neueröffneten Raum durch das trennende Absperrgitter verwehrt und nur den Arbeitsbienen ermöglicht.
Dieser zusätzlich freigegebene Raum soll fernerhin als Honigspeicher-Raum dienen und zugleich auch den ständig wachsenden Bienenmassen Platz bieten, sowie einen vorzeitigen Schwarmtrieb verzögern. Dieses scharfe Trennen geschieht aus rein wirtschaftlichen Gründen und hat später auch arbeitstechnisch enorme Vorteile.
Nach der Auswinterung erleben wir alljährlich eine wechselnd schnelle Aufwärtsentwicklung der Völker, welche je nach Verfassung des Einzelvolkes, sowie den herrschenden Umweltbedingungen unterschiedlich ist. Die Völker dehnen sich mehr oder weniger schnell aus. Das Brutnest wächst noch ständig und die Anzahl der im Volke lebenden Einzelbienen ist bald so groß, dass der Platz im Überwinterungsraum (Brutraum) trotz vorausgegangener Gabe von Erweiterungswaben oder Mittelwänden sehr bald nicht mehr ausreicht. Würde zu diesem Zeltpunkt nicht der Honigraum geöffnet, so würde, bedingt durch die Überbevölkerung, der Schwarmtrieb vorzeitig und damit ertragsschwächend durchbrechen. Soweit darf es aber in keinem Falle kommen, denn dies würde die Imkerei in einer Frühjahrs- und Vorsommertracht sehr nachteilig beeinflussen, oder gar völlig unrentabel machen.
Unser imkerliches Ziel muss sein, bestmöglich starke Völker heranzuziehen, welche viele Waben dicht belagern und in der Tracht ein recht großes Heer von Sammlerinnen zur Verfügung haben. Nur so kann auch der Honig- und Wachsertrag positiv ausfallen. Es muss also der Raum erweitert werden, um die weitere Entwicklung nicht zu unterbinden. Die Honigraumfreigabe darf aber auch nicht übertrieben werden und sollte in jedem Falle der jeweiligen Volksstärke und Entwicklungsgeschwindigkeit des Einzelvolkes, sowie auch den derzeitigen und zu erwartenden Umweltbedingungen (Witterung) entsprechend und individuell angepasst sein.
Dem Volke (rechts) wurde zunächst ein kleiner Honigraum (links) mit 6 honigfeuchten Waben gegeben. Seitliche Abdeckplatte und Einenge-Schied begrenzen zunächst den kleinen Honigraum.
Die Freigabe des Honigraumes ist bei der WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER ganz besonders einfach und schnell durchführbar. Es werden dem erweiterungsbedürftigen Volke jeweils nur so viele Waben in den neugeöffneten Honigraum eingehängt, als es seiner tatsächlichen Stärke und dem zu erwartenden Trachtangebot entsprechend erforderlich erscheint. So ist es durchaus möglich, einem Volke den Honigraum mit nur 5 Waben freizugeben, während der übrige Raum mit dem Einenge-Schied abgeschottet und vor allem das Brutnest unangetastet bleibt!
Gerade letzteres ist im zeitigen Frühjahr von besonderer Wichtigkeit. Es wird das Brutnest in der WLB nicht angetastet oder gar durch Brutumhängung zerrissen. Lediglich wird im Honigraum die seitliche Hartschaum-Abdeckplatte, welche im Herbst den Überwinterungsraum seitlich abdichtete, vom Absperrgitter genommen. Nun hängt man die erforderlich erscheinende Anzahl von Leerwaben in den Honigraum und fügt hinter der letzten Wabe das Einenge-Schied an. Werden beispielsweise nur 5 Waben eingehängt, so wird mit Hilfe der seitlichen Abdeckplatte das hinter dem Einenge-Schied zunächst noch offen bleibende Absperrgitter verdeckt und gegen Umfallen mit einem diagonal gegengelegten Leer-Rähmchen oder einem anderen geeigneten Gegenstand gesichert.
Früher wurde gelehrt, dass man für die Eröffnung des Honigraumes aus dem Brutraum (dem bisherigen Überwinterungsraum) mehrere Brutwaben in den Honigraum Überhängen müsse, damit die Bienen diesen neuen Raum auch sofort in Besitz nehmen und danach, nach Schlupf dieser umgehängten Brut die Waben mit Honig füllen könnten.
Diese widernatürliche Maßnahme, bei der das Brutnest zerrissen wurde, hatte meist zur Folge, dass die Brutpflege für eine gewisse Zeit eingeschränkt wurde. Oft glaubt man auch (glaubt man oft noch immer), dass die Bienen den neueröffneten Honigraum nicht annehmen und nicht nutzen würden, wenn man keine Brut umhängen wurde. Dies war und ist aber ein Trugschluss. Wer dieses behauptet, bestätigt eigentlich nur, dass er seinen Völker den Honigraum zu früh gibt. Ein wirklich honigraumreifes Volk nimmt den Honigraum auch ohne umgehängte Brut sofort an.
Wer mit der WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER (WLB) imkert, kann auch bei der Honigraumfreigabe keine Fehler machen. Der WLB-Imker nimmt die Waben für den zu eröffneten Honigraum aus seinem Wabenschranke und sucht hierfür solche aus, die von der letzten vorjährigen Schleuderung noch honigfeucht geblieben sind, also nicht von den Bienen ausgeleckt wurden. Diese honigfeuchten Waben werden -falls die Honigreste in den Zellen kristallisiert sind - mit einem einfachen Wasserzerstäuber (Blumenspritze) ganz fein mit etwas Wasser übersprüht. So in den neueröffneten Honigraum eingehängt, stürzen sich die Bienen aus dem Brutraum begierig auf diese honigfeuchten neuen Waben und lecken sie aus. Bald danach (schon nach einer halben Stunde) kann man feststellen und auf der Abdeckfolie auch mit der Hand fühlen, dass die Bienen diesen neuen Raum dicht besetzen und auch durch die beim Auslecken und Putzen der Zellen aufkommende "Arbeitswärme" gut durchgewärmt haben. Damit ist die Annahme und dauerhafte Besetzung des Honigraumes gesichert und er wird somit sofort als Honigspeicherraum nutzbar.
Durch diese Maßnahme (- ohne Brutumhängung-) bleibt das Brutnest völlig unangetastet und es kann selbst dann, wenn sehr bienenwidriges und kaltes Wetter folgen sollte, keine Brut verkühlen. Die Bienen ziehen sich im ungünstigsten Extremfalle nur teilweise aus dem Honigraum zurück und schirmen mit ihren Körpern das Absperrgitter zum Honigraum hin dicht ab, so dass ein Wärmeverlust aus dem Brutraum unwesentlich oder gar völlig unmöglich ist.
Nachdem die Honigraum-Eröffnung so wie beschrieben - ohne Brutumhängung - durchgeführt wurde, kann eine erste Tracht von den Bienen geborgen werden.
Wenn aber später im Brutraum das Brutnest weiter gewachsen ist und massenhaft Jungbienen schlüpfen und damit das Volk schnell und mächtig wächst, muss meist gegen Ende der ersten Tracht (oft schon mitten in der Rapstracht) mit Schwarmstimmung gerechnet werden. Jetzt muss eine zusätzliche Erweiterung des Gesamtraumes für die Völker durchgeführt werden.
Diese zweite (größere) Raumerweiterung sollte in jedem Falle vor den Auftreten der ersten Schwarmstimmung (bestiften der ersten Schwarmzellen) durchgeführt werden und zwar durch das Umhängen von Brutwaben in den Honigraum.
Dies kann auf zwei verschiedene Arten geschehen.
  • Einmal dadurch, dass man aus dem Brutraum frisch verdecke!te Brutwaben in den Honigraum umhängt und den Brutraum mit Mittelwänden und ganz hellen Haben wieder auffüllt, damit man jungen Wabenbau erhält und damit auch der Königin Platz bietet zur Anlage eines neuen erweiterten Brutnestes. Diese Maßnahme bewirkt auch ganz nebenbei eine reibungslose Bauerneuerung.
  • Die zweite Möglichkeit ist die sogenannte "Brutdistanzierung". Diese Betriebsmaßnahme ist weiter hinten in einem besonderen Abschnitt näher beschrieben

Beispiel einer Honigraumfreigabe
Wenn eine ergiebige Frühtracht (Obst, Löwenzahn und Raps) nicht zu erwarten ist, so kann beim öffnen des Honigraumes Brut umgehängt werden. Das Volk muss aber stark sein und den Brutraum voll besetzen. Die Wabe 17 aus dem Brutraum wird samt Bienen in den Honigraum an die Stirnwand gehängt. Anschließend folgen etwa 6 Brutwaben (etwa halbes Brutnest). Die Bienen dieser Waben werden in den Brutraum zurückgefegt (abgestoßen). Die Königin muss im Brutraum verbleiben. An die umgehängten Brutwaben - mit viel offener Brut - wird die Wabe 18 aus dem Brutraum angehängt. Es folgen 4 leere hellbraune Waben aus dem Wabenschrank.
Im Brutraum werden 2 Mittelwände an das zusammengeschobene Brutnest gehängt. Es folgt der Baurahmen und eine schon ausgebaute, aber noch nicht bebrütete Mittelwand oder eine weitere Mittelwand. Wird die "Varroafalle" verwendet, so verbleibt diese natürlich hinter der letzten Brutwabe.
Der "Brutschlauch" wurde in diesem Falle zu einem "Brutblock" umgebildet; das Volk hat Baugelegenheit und hat nun im Honigraum Platz, um die Frühtracht zu lagern.

Skizze a:  Zustand vor der Honigraumöffnung und Skizze b: Zustand nach der Arbeit.
Selbstverständlich werden in beiden Räume die Einenge-Schiede an die jeweils letzte Wabe angeschoben.

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Die Schwarmtrieblenkung

Spätestens nach Ende der Frühtracht aus Obst- und Löwenzahnblute oder auch mitten in der Rapstracht kommt bei den aufstrebenden Völkern der Schwarmtrieb auf. Die Völker sind inzwischen so stark geworden, dass sie den 18 Waben fassenden Brutraum und auch den Honigraum mit 10-12 (oder mehr) Waben sehr dicht belagern und oft auch schon schleuderreif sind.
In diesem Zustand und zu dieser Zeit ist eine erste, starke und tief in das Volksleben eingreifende Maßnahme durchzuführen, um damit den aufkommenden Arterhaltungs- und Vermehrungstrieb (sprich: "Schwarmtrieb") der Völker zu unterbinden oder bremsend auf einen späteren Zeitpunkt hinauszuzögern. Es gilt also, den Schwarmtrieb zu lenken und in wirtschaftlich nützliche Bahnen zu leiten. Dies ist aber nicht in jeder Gegend und jeder Trachtlage mit gleicher Methode durchführbar und sinnvoll. Jede Imkerin, jeder Imker sollte versuchen, das für sich und seine Trachtlage beste Verfahren anzuwenden.
Eine Schwarm-Verhinderung durch ständiges Ausschneiden der evtl. angesetzten Schwarmzellen ist in keinem Falle sinnvoll, da sehr arbeitsaufwendig und außerdem auch unwirtschaftlich. Daher fand man, dass es besser und wirtschaftlicher ist, den Schwarmtrieb nicht zu verhindern, sondern zu lenken. Im folgenden Abschnitt werden einige, in der WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER (WLB) erprobte und erfolgreich durchzuführende Maßnahmen in Kürze beschrieben.

a) Die Brutdistanzierung

Für alle Gegenden mit relativ sicherer Vorsommer- oder Sommertracht hat sich das sogenannte "Brutdistanzieren" bestens bewährt. Aber auch für Gegenden mit Spättrachten ist diese Methode zu empfehlen, weil sie die Völker nach der Brutdistanzierung weiterhin fleißig und in Brut hält und dadurch für diese Trachten noch reichlich Bienen (Trachtbienen) erzeugt werden.
Wie der Name schon sagt, wird bei dieser Methode Brut von einem Raum (Brutraum) in einen anderen Raum (Honigraum) umgehängt, wobei die Königin und ein geringer Teil der Brut im bisherigen Brutraum verbleiben müssen. Das Brutnest wird also getrennt und die beiden Brutteile voneinander distanziert. Diese Methode wird bislang immer dann als besonders sicher wirksam empfohlen, wenn man mit Magazinen oder mehrstöckigen Hinterbehandlungsbeuten imkert (Hölzer u.a.).
Die Brutdistanzierung ist aber auch in der WLB einfach, sicher und bequem durchzuführen. Bei der WLB ist dies besonders bequem, weil nur mit Einzelwaben und nicht mit ganzen, mehr oder weniger schweren Zargen (Etagen) zu arbeiten ist. Hier zeigt sich neben der Zweckmäßigkeit der Methode auch die bequeme Arbeitsweise als ganz besonders lobenswert. Hierzu ein Beispiel aus der bewährten Praxis:
Einem Volke wurde vor oder bei Beginn der Frühtracht ein kleiner Honigraum geöffnet, indem beispielsweise 9-10 nur wenig bebrütete und noch vom Vorjahr honigfeuchte Leerwaben in den Honigraum gehängt wurden. Gute Völker besetzten diese Waben bald sehr dicht und füllen sie auch - der Tracht entsprechend - mit Honig, so dass nun geschleudert werden kann. Meist sitzen diese Völker zu diesem Zeitpunkt so dicht auf allen ihnen (auch im Honigraum) zur Verfugung stehenden Waben, dass nunmehr unbedingt und stark erweitert werden muss. Würde man dies durch einfaches Zuhängen von zusätzlichen Leerwaben oder Mittelwänden im Honigraum tun, so würde diese Erweiterung den Schwarmtrieb in keiner Weise völlig unterbinden. Wir müssen schon etwas tiefer in das Volksgeschehen eingreifen, denn meist werden zu diesem Zeitpunkt auch schon die ersten "Spieldöschen" (noch nicht bestiftete Schwarmzellen) vorgefunden.
Der Brutraum wird auf Zellenansatz kontrolliert. Dabei wird auch nach der Königin gesucht. Diese muss später unbedingt im Brutraum verbleiben. Um ein Ablaufen der Königin zu verhindern, hängt man die Wabe, auf der die Königin sitzt, in den KUNESA - Ableger - und Wabentransportkasten für 6 Waben hinein. Hier ist die Königin sicher bis nach Beendigung der Arbeit untergebracht. Jetzt sucht man die (meist) älteren verdeckelten Brutwaben und hängt diese samt aufsitzenden Bienen in den hinteren Teil des Honigraumes, also hinter die schon vorne hängenden honiggefüllten oder ausgeschleuderten Waben.
Hat ein Volk zu diesem Zeltpunkt beispielsweise 13 Brutwaben, so werden davon 10 Waben umgehängt. Die verbleibenden Brutwaben, und auch die Wabe mit der Königin (vorübergehend im Ablegerkasten aufbewahrt) werden im Brutraum nach vorne hinter das Flugloch, hinter die Pollendeckwabe eingehängt. Hinter diese im Brutraum verbleibenden Waben werden - je nach Tracht und Wetter - Mittelwände und/oder Leerwaben zugehängt. Gut ist, wenn unmittelbar hinter der im Brutraum verbleibenden Brut zunächst helle, nur wenig bebrütete Leerwaben gegeben werden, damit die Königin sofort das Brutnest auf diese Waben ausdehnen kann. Dahinter Mittelwände und Baurahmen.
Nach spätestens einer Woche (frühestens nach 4 Tagen) werden die in den Honigraum umgehängten Waben kontrolliert auf "wilden Zellenansatz". Es könnte eine bestiftet gewesene Schwarmzelle beim Umhängen übersehen worden sein. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass auf den umgehängten Brutwaben sogenannte "Nachschaffungszellen" angesetzt wurden, weil sich die mitumgehängten Pflegebienen kurz nach dem Umhängen weisellos gefühlt haben. Diese dann in diesem Zustand angezogenen Nachschaffungszellen werden danach vom Volke weiter gepflegt und verdeckelt. Diese Zellen werden ausgeschnitten.
Nach der Brutdistanzierung steht dem Volke nunmehr die gesamte Beute voll zur Verfügung und die Königin legt im Brutraum ein neues großes Brutnest an. Es setzt eine neue, aufsteigende, den Schwarmtrieb dämmende Entwicklung ein, in der die so behandelten Völker einen ganz besonderen Fleiß zeigen; ähnlich dem des Schwarmfleißes.
Beispiel zur zweiten Brutumhängung (ca. 21 Tage nach Honigraumfreigabe) oder der Brutdistanzierung
Spätestens 21 Tage nach der Honigraumfreigabe mit gleichzeitiger Brutumhängung sind die Völker in der Regel wieder derart stark, dass sie den zur Verfügung stehenden Raum wieder sehr dicht besetzen und auch unter den Rähmchen in beiden Räumen durchhängen. Es muss  wieder Platz gegeben werden. Die in den Honigraum umgehängte Brut ist ausgeschlüpft und der Brutraum hat  auch wieder ein sehr großes neues Brutnest. 
Haben die Völker zu diesem Zeitpunkt noch keine Schwarmzellen mit Maden, so wird wie im Beispiel der Skizzen a. und b. verfahren. Im Honigraum wird die letzte Wabe weiter nach rückwärts an die Rückwand geschoben. Aus dem Brutraum werden die Waben mit der älteren Brut (mindestens 6 Waben oder das halbe Brutnest} mit Bienen (aber ohne Königin!) an die Waben hinter die im Honigraum vorne hängenden Honigwaben angehängt.
So ist der Honigraum restlos mit Waben ausgefüllt. Im Brutraum werden die verbliebenen Waben nach vorne zusammengerückt; die Pollenwabe (und die evtl. verwendete "Varroafalle") werden angerückt. Es folgen 4-6 Mittelwandrähmchen und helle Leerwaben, bis auch der Brutraum mit Waben gefüllt ist. 
Das so behandelte Volk hat reichlich Raum, kann bauen und die Schwarmgefahr ist für eine Weile gebannt. Die bewusst durchgeführte "Brutdistanzierung" veranlasst das betreffende Volk,  das zerrissene Brutnest mit beiden Teilen zu vereinen
und wird umgehend die Brut  im Brutraum nach hinten ausdehnen. Diese Methode der Brutdistanzierung gelingt bei nicht sehr schwarmfreudigen Völkern auch dann noch, wenn schon jüngste Maden in Schwarmzellen vorhanden sind. In einem solchen Falle wird allerdings nicht mit Mittelwänden, sondern ausschließlich mit ausgebauten Waben erweitert. Selbstverständlich müssen vorher alle Schwarmzellen vernichtet werden. Ein bleistiftdickes Hölzchen (vorne rund geschnitzt) zerquirlt die Maden gründlich.

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b) Die Entweiselung des Volkes

Werden viele und schon im fortgeschrittenen Stadium befindliche Schwarmzellen (mit dicken Maden) gefunden, so ist eine Sofortmaßname erforderlich. Es wird im Volke die Königin gesucht und abgedrückt (getötet). Meist gestaltet sich diese Suche etwas zeitraubend, weil die Königin schon schlank und flink ist.
Nach der Entnahme der Altkönigin ist das Volk nun hoffnungslos weisellos und der Auszug des Vorschwarmes ist nun nicht mehr möglich. Erst wenn eine der Schwarmzellen-Königinnen schlüpft, wird es zum "Singer-Vorschwarm" oft mit mehreren Jungköniginnen kommen. Da aber diese Singer-Vorschwärme mit flinken jungen Königinnen nach dem Auszug aus der Beute meist sofort das Weite suchen, wird man schon vorher eingreifen müssen.
Waren bei der Volkskontrolle noch keine verdeckelten Schwarmzellen vorhanden, werden spätestens nach einer Woche alle angesetzten und inzwischen schon verdeckelten Schwarmzellen ausgebrochen und vernichtet. Gleichzeitig ist dem Volke eine Wabe mit jüngster offener Brut (und Eiern) aus einem anderen Volke zu geben. Diese Wabe wird von oben gekennzeichnet, damit sie bei der nächsten Kontrolle sofort greifbar ist.
Auf dieser zugehängten Wabe mit junger Brut wird das Volk sofort Nachschaffungs-Königinnenzellen ansetzen.
Nach weiteren 9 Tagen wird diese Wabe aus dem Volke genommen, oder werden alle darauf angesetzten Nachschaffungszellen gewissenhaft vernichtet. Ist dies geschehen, kann nunmehr dem Volke eine junge Königin (aus eigener Zucht oder Zukauf) Über eine der bewährten Zusetzmethoden zugesetzt werden. Verfasser verwendet mit Vorliebe den "Wohlgemuthkätig" zum Zusetzen, weil er länger im Volke verbleiben kann, wenn er am oberen Leistchen eines leeren Rähmchens befestigt worden ist. Das Volk baut nach Annahme der Königin dieses Rähmchen aus und kann später entnommen und ausgeschnitten werden.
Die Annahme der Königin ist sicher, da das Volk zweimal Zellen gezogen hat und nunmehr schnellstens eine Königin haben will. Eine  Kontrolle auf Annahme der Königin frühestens nach 10 Tagen.

Durch das Einschieben der 3 Schieberbleche, welche von oben, nach Wegnahme der beiden ROOFMATE-Abdeckplatten am Absperrgitterschied entlang einzuschieben sind, kann man die beiden Räume bienen- und geruchsdicht verschließen und in jedem der beiden Räume ein Volk oder Ableger unterbringen. Die beiden "Blindschiede" werden zuvor herausgenommen und an deren Stelle die beiden gut mit Vaseline/Melkfett eingefetteten Blechschieber eingeschoben. Danach können die beiden Abdeckplatten wieder aufgelegt werden. Die Fluglöcher werden der Stärke der Völker/Ableger jeweils mit Hilfe einer Leiste oder eines Holzklötzchens verkleinert. Es sollte an der Flugfront auch der sogenannte "Flugnischenteiler" vorgeschoben werden. Gut ist, wenn beide Völker etwa gleich stark sind. Ein starkes Volk neben einem nur wenige Waben belagernden Ableger ist nicht gut

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c) Bilden eines Ablegers mit der "alten" Königin

Stellt man bei einer routinemäßigen Kontrolle fest, dass das Volk schon Schwarmzellen mit fetten Maden hat, und sind beide Räume schon mit Waben und Bienen gefüllt und dicht besetzt, so nutzt das Ausbrechen dieser Zellen absolut nichts mehr. Das Volk wird bald erneut Schwarmzellen ansetzen. Hier muss ein starker Eingriff erfolgen. Man bildet einen Ableger mit der "alten" Königin. Dieser Vorgang ist gewissermaßen der vorweggenommene Vorschwarm. Wurde man diesen Ableger mit der alten Königin nicht entnehmen, so würde das Volk noch 1-4 Tagen (je nach Alter der Schwarmzellenmaden) den ersten Schwarm abstoßen. Das Volk will ja nicht nur einfach davon fliegen, sondern der Schwarmtrieb ist doch auch der Arterhaltungstrieb. Dabei will sich das Volk verjüngen, indem es die Altmutter mit dem Vorschwarm abgibt und sich eine neue, junge Königin heranzieht. Diesem Trieb kommt man entgegen, indem man dem Volke diese Gelegenheit bietet. Nur nehmen wir den ganzen Vorgang in unsere Hände, indem wir die Altmutter samt einer gewissen Anzahl Bienen entnehmen und danach dem Volke die Möglichkeit belassen, sich mit einer neuen Königin zu "verjüngen".
Zur Ablegerbildung verwendet man vorteilhaft den 6 Waben fassenden "Ableger- und Wabentransportkasten" der Firma KUNESA. Das Flugloch wird durch Umdrehen des Vorsatzteiles geschlossen und dadurch die Wanderbelüftung freigegeben. Nun sucht man im Brutraum die Wabe mit der Königin und hängt diese zunächst mitten in den Ablegerkasten. Nun folgt die meist stark mit Pollen gefüllte Stirnwabe aus dem Brutraum und hängt diese als seitliche Abschlusswabe in den Kasten. Die Wabe mit der Königin wird angerückt. Jetzt folgen zwei weitere (möglichst altverdeckelte) Brutwaben samt allen aufsitzenden Bienen. Auf den Waben für den Ableger dürfen sich keine Schwarmzellen befinden. Also vorher ausbrechen! Nun folgt eine helle, wenig bebrütete, bienenbesetzte Leerwabe (evtl. aus dem Honigraum), damit die Königin sofort wieder stiften kann. Als Abschlusswabe nimmt man eine zum Teil mit Honig gefüllte Wabe aus dem Honigraum samt aufsitzenden Bienen, um den Ableger zunächst nicht futtern zu müssen.
Ist dies geschehen, wird der Ablegerkasten durch Auflegen der Klarsichtfolie und Aufsetzen des Überfalldecke!s geschlossen und zunächst etwas abseits in den Schatten gestellt, ohne das Flugloch zu öffnen. Der Ablegerkasten bleibt also mit dem Wandergitter versehen, damit keine Bienen abfliegen können, denn es sind ja bei der Bildung des Ablegers auch Flugbienen mitübernommen worden. Diese würden zum Muttervolk zurückfliegen und möglicherweise eine Räuberei verursachen.
Handelt es sich bei dem schwarmtriebigen Volk um ein gutes nachzuchtwürdiges Volk, so kann man ihm eine möglichst fortgeschrittene Schwarmzelle belassen. Die Wabe mit der Zelle wird mit einer Heftzwecke markiert.
Ist das Volk aber nicht nachzuchtwürdig, so belässt man ihm zunächst alle Schwarmzellen und bemüht sich bei einem Imkerkollegen mit gutem Zuchtmaterial um einige angebrütete Edelzellen. Kann man diese nach 2-3 Tagen erhalten, so werden dann alle Schwarmzellen des Volkes ausgebrochen und es werden ihm diese angebrüteten Edelzellen zur weiteren Pflege seitlich auf 2 Brutwaben angedrückt. Haben mit Heftzwecken kennzeichnen. Hat man aber selber nachzuchtwürdiges Carnikamaterial, so werden alle älteren Schwarmzellen ausgebrochen und nur 2-3 Schwarmzellen mit jüngsten Maden zunächst belassen. Später werden diese Waben mit jüngsten Schwarmzellen bienenfrei gemacht und die Maden dieser Zellen werden mit dem Umlarvlöffelchen entfernt und an deren Stelle werden umgelarvte Edelmaden auf den meist reichlich vorhandenen Königinnen-Futtersaft der Schwarmzellen umgebettet.
So erhält man im schwarmtriebigen Volke immer gute Rasseköniginnen, die - wenn auch später standbegattet - gute Wirtschaftsköniginnen von langer und guter Leistungsfähigkeit werden.
Der neu gebildete 6-Waben-Ableger wird nun (ohne vorherige Kellerhaft) auf einen außerhalb des Flugkreises (ca. 3 km vom Standplatz des Volkes) liegenden neuen Platz gebracht und dort möglichst schattig aufgestellt. Das Flugloch wird durch Umdrehen des Vorsatzteiles freigegeben und der Deckel zur Sicherheit durch Auflegen eines Feldsteines gesichert.
Durch die Entnahme von Brutwaben als auch der aufsitzenden Bienen, sowie der Königin haben wir das Wirtschaftsvolk gewissermaßen "entlastet". Es ist fast das Gleiche geschehen, wie es ohne unseren Eingriff gekommen wäre. Es wurde die Altmutter entfernt und das Wirtschaftsvolk hat die Möglichkeit bekommen, sich zugleich durch das Aufziehen mindestens einer Jungkönigin zu verjüngen und zwar mit ausgesuchtem Zuchtmaterial unserer Wahl.
Nachdem die Jungkönigin im Wirtschaftsvolk später begattet ist und in Eiablage getreten ist, sind für das laufende Betriebsjahr keine Schwarmkontrollen mehr erforderlich. Das Volk zeigt eine prächtige Aufwärtsentwicklung und wird volle Erträge bringen und absolut stark in den Winter gehen.
Sollte aber, was äußerst selten vorkommt, die Jungkönigin im Wirtschaftsvolke beim Paarungsausflug verloren gehen, so kann man durch Rückvereinigung mit dem Ableger das Wirtschaftsvolk wieder "heilen". Es geschah dann das Gleiche, als hätte man zur Schwarmverhinderung den sogenannten "Zwischenableger" gebildet.
Der mit der Altmutter gebildete Ableger wird sich ebenfalls gut entwickeln und kann später nach Belieben weiter verwendet werden. Er kann z.B. schon bald, nachdem die Jungkönigin im Wirtschaftsvolke in Eiablage gegangen ist, schlupfreife Brutwaben (ohne Bienen) abgeben, um das Wirtschaftsvolk wieder zu verstärken. Ist aber die "Altmutter" noch einjährig und leistungsfähig, kann der Ableger selbstverständlich, und zwar vorzüglich, auch dazu dienen, die Völkerzahl des Standes zu erweitern, indem man den Ableger etwa ab 3 Wochen nach seiner Bildung auf den Stand zurückholt und in eine neue WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER umlogiert. Bei guter Futterversorgung und bedarfsweiser Erweiterung mit Mittelwänden wird er absolut winterständig und als Wirtschaftsvolk für das kommende Jahr einzusetzen sein.

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