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Mittelwände einlöten

Die Rähmchen im Kuntzsch-Hochmaß sind senkrecht zu drahten und zwar am zweckmäßigsten 4 mal. Die Abstände zwischen den einzelnen Drähten sollten etwa 6,6 cm sein und die äußeren Drähte etwa 2,6 cm von außen verlaufen. Das Lochen der Rähmchen geschieht vor dem Zusammennageln und wird nach einer Schablone, die man sich selber anfertigt, vorgenommen. Dabei werden die beiden äußeren Löcher 1,6 cm Abstand von der Innenseite des Seitenleistchens haben, damit die später einzulötende Mittelwand seitwärts stabil am Rähmchenseitenteil verbleibt und die Mittelwand auch seitlich gute Stabilität erhält.
Verfasser gibt den Rähmchenober- und Unterleisten zusätzlich außen eine Rille von knapp l mm Tiefe, in welcher später der Wabendraht verläuft. Dies hat den Vorteil, dass später, wenn man mit dem Stockmeißel sei oder der Spachtel Wachs- und Kittharzanbauten abkratzt, der Draht nicht durchrissen wird und damit die Stabilität des Wabenbaues verloren ginge. Der Draht verläuft also Immer in einer Rille und ist absolut geschützt.
Die Mittelwände sollten vor dem Einlöten etwas "angewärmt" sein. In keinem Falle sind sie in kaltem (brüchigem) Zustand einzulöten. Im Volke werden sich die Mittelwände in der Stockwärme dehnen und dann wird die Mittelwand und damit später auch die Wabe zwischen den einzelnen Drähten wellig und die Zelltiefe wird unterschiedlich. Die Mittelwand sollte "handwarm" sein und sich leicht "lappig" anfühlen. Dann hat sie sich schon gedehnt und das Welligwerden im Volk wird nicht aufkommen.
Die Mittelwand wird vor dem Einlöten unten aufgesetzt, um zu erreichen, dass die Wabe später auch unten bis zum Unterleistchen ausgebaut wird und nicht lästige Lücken im Bau entstehen.
Das Einlöten selber geschieht am zweckmäßigsten mit einem käuflichen elektrischen Wabenlöter.

 

Baurähmchen anfertigen und einsetzen


Das Baurähmchen für die WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER ist ein Rähmchen in der Originalgröße des Beutenmaßes, nämlich Kuntzsch-Hoch. Dieses Rähmchen wird nicht gedrahtet, weil ja keine Mittelwand eingesetzt wird. Lediglich wird am oberen Rähmchenholz ein schmaler, nur etwa l cm breiter Mittelwandstreifen mit heißem Wachs angeklebt oder "angelötet".
Dies geschieht am zweckmäßigsten mit einer aus einer Mittelwand und einem Docht selbst gedrehten Kerze. Man legt den schmalen Mittelwandstreifen (gewissermaßen stehend) auf die Mitte des oberen Rähmchenholzes, hält es gleichzeitig mit dem Daumen fest und lässt nun von der brennenden Wachskerze flüssiges Wachs in den Winkel zwischen Holz und Mittelwandstreifen eintropfen oder entlang laufen. So verbinden sich beide Teile ausreichend und der Mittelwandstreifen klebt ausreichend fest am Oberholz. Alles weitere erledigen die Bienen später im Stock.
Dieses sogenannte "Baurähmchen" wird in den Völkern als letztes oder vorletztes Rähmchen hinter das Brutnest eingehängt, damit das Volk hier jeweils nach freien Belieben bauen kann.
Der Verfasser schneidet den ausgebauten und bei jeder Kontrolle dann meist auch bebrüteten Baurahmen jede Woche (oder alle 9 Tage) aus. Die Drohnenbrut, welche hier fast ausschließlich angesetzt wird, muss beim Ausschneiden nicht unbedingt verdeckelt sein. Zur sogenannten Varroadezimierung über die Drohnenbrut setzt der Verfasser das von ihm erdachte Rähmchen mit Halb-Dickwabe als "Varroafalle" seit Jahren ganz gezielt mit Erfolg ein. Siehe auch den besonderen Abschnitt "Unsere Varroafalle, eine Yarroabekämpfung ohne Chemie".
Dem Imker dient das Baurähmchen bei den Volkskontrollen als gewisses "Stimmungsbarometer" und außerdem kann mit Hilfe des Baurähmchens über das ausschmelzen des Wachses im Sonnen-Wachsschmelzer wunderbares helles Naturwachs gewonnen werden. Dieses Wachs wird über den Handel zu Mittelwänden umgetauscht oder es werden in eigener Herstellung Mittelwände gegossen.
Wenn die Bienen an der "Varroafalle" und am Baurähmchen immer nach Herzenslust Drohnenbau errichten und Drohnenbrut ernähren können, dann wird der übrige Wabenbau weitestgehend von Drohnenzellenbau frei gehalten. So werden hierdurch die gegebenen Mittel wände auch am Unterholz sauber ausgebaut und die oft lästigen Drohnenzellen und "Drohnenecken" hier unten unterbleiben weitestgehend. Besucher wundern sich immer wieder, dass die Waben des Verfassers fast ausnahmslos am Unterleistchen des Rähmchens angebaut und total aus Arbeiterbau (fast ohne eine einzige Drohnenzelle) bestehen. Dies kommt daher, weil die Völker Ihren Drohnentrieb am Baurahmen (und der Varroafalle) restlos austoben können.
Der Baurahmen ist als gutes "Stimmungsbarometer" durchaus brauchbar. Sobald bei einer routinemäßigen Kontrolle (beim Verfasser wöchentlich oder spätestens alle 9 Tage) festgestellt wird, dass am Baurähmchen nicht oder unregelmäßig gebaut wird, dann sollten alle anderen Brutwaben auf Schwarmzellenansatz kontrolliert werden. Sind aber am Baurahmen (bei schlechtem Ausbau) zusätzlich angesetzte "Spieldöschen" angesetzt worden, dann sollte sofort die Brutdistanzierung durchgeführt werden. Sind gar schon Schwarmzellen mit Maden vorhanden, so muss in jedem Falle tiefer in das Volksgeschehen eingegriffen werden, um das Schwärmen zu verhindern. Siehe hierzu den Abschnitt "Schwarmtrieblenkung".
Werden aber bei der routinemäßigen Kontrolle am Baurahmen weder Spieldöschen, noch Schwarmzellen mit Maden angetroffen und ist der Drohnenbau regelmäßig aufgeführt, so ist die Kontrolle weiterer Waben aus dem Brutraum völlig überflüssig.
So hilft der Baurahmen mit, eine Imkerei bequemer und leichter zu machen, denn es bleiben dadurch manche Routinekontrollen auf das Besichtigen und das Ausschneiden des Baurähmchens und den Austausch des Halbrähmchens mit der verdeckelten Drohnenbrut, die "Varroafalle", beschränkt.
Das Baurähmchen, richtig eingesetzt und bewertet ist also durchaus geeignet, eine Imkerei wirtschaftlich und bequem zu betreiben

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Die Bau-Erneuerung

Die Erneuerung des Wabenbaues ist eine sehr wichtige Maßnahme, welche man nicht unterbewerten sollte. Junger Wabenbau ist gesunder Wabenbau und man sollte im Laufe des Betriebsjahres keine Gelegenheit versäumen, welche sich bietet, Mittelwände ausbauen zu lassen, welche in 4mal senkrecht gedrahteten Rähmchen "eingelötet" sind. Solche Gelegenheiten bieten sich besonders bei der Erweiterung des Honigraumes, bei der Brutdistanzierung und schon bald im zeitigen Frühjahr, vor der Honigraumfreigabe, wenn der Bautrieb zur Zeit der ersten Kirschenblüte beginnt. Jede einzelne ausgebaute Mittelwand trägt zur Bauerneuerung bei. Ganz besonders sogenannte "Jungvölker" und Schwärme bauen guten und schönen Wabenbau in kürzester Zeit aus. Man muss ihnen nur reichlich Gelegenheit dazu geben.
Schon immer wird von unseren Wissenschaftlern und den großen Praktikern gefordert, mindestens ein Viertel des Gesamtwabenbaues eines Volkes jährlich zu erneuern. Dies sollte die Imkerin und der Imker mit der WARMBAU-LAGERBEUTE (WLB) stets anstreben und handhaben, zumal die Gabe von Mittelwänden in dieser Beute fast kinderleicht zu handhaben ist.
Die Mittelwände werden immer hinten an die letzte Brutwabe angehängt. Hinter der Mittelwand folgt entweder die Abschlusswabe oder das Baurähmchen. Wird die auszubauende Mittelwand so eingehängt, dann ist das Volk bestrebt, die Mittelwand schnellstens auszubauen und in das Brutnest einzubeziehen. Vor allem, wenn danach hinter der eingehängten Mittelwand der Baurahmen hängt, in welchem sich die Baubienen in Bauketten aufhängen können. Dies fördert den zügigen und totalen und gleichmäßigen Ausbau ganz besonders. Bei dieser Vergabe der Mittelwandrähmchen muß das Volk nicht besonders gestört werden. Man nimmt nur die lose aufliegende Wärmeplatte (ROOFMATE-PLATTE) weg und hebt die glasklare Abdeckfolie hinten etwas an, schiebt das eventuell angefügte Einenge-Schied etwas nach rückwärts und hängt die Mittelwand an seinen vorgesehenen Platz. Nun schiebt man evtl. das Einenge-Schied wieder an, legt Folie und ROOFMATE-Platte wieder auf und schließt die Beute. Fertig ist die Arbeit. Das Abheben, das seitwärt ige Abstellen und später wieder erforderliche Aufsetzen von mehr oder weniger schweren Magazinzargen entfällt.
Hier zeigt sich wieder einmal mehr, dass das praktische Imkern in der WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER fast kinderleicht und selbst für behinderte Menschen leicht und bequem durchführbar ist. Ganz abgesehen davon, dass das Einhängen einer Einzelmittelwand hinter das Brutnest besonders leicht und ohne große Störung für das Bienenvolk vonstatten gehen kann, sollte man niemals eine Mittelwand mitten in das Brutnest hängen. Durch die Gabe einer Mittel wand z.B. mitten in das Brutnest, wird dieses in zwei Teile geteilt und die Bienen wollen natürlich die alte möglichst kugelförmige, geschlossene Einheit bald wieder herstellen und bauen in der Tat diese mitten im Brutnest hängende Mittelwand sofort aus und bebrüten diese auch - wenigstens im oberen Bereich -. Diese Methode, der Vergabe einer Mittelwand mitten in das Brutnest hat noch einen anderen Haken: Die Bienen tragen, um schell ausbauen zu können, in den allermeisten Fällen am unteren und seitlichen Rand der Mittelwand das Wachs ab, um dieses abgetragene Wachs zum Ausbau der Wabe im Bereich der sich gegenüberstehenden Brutflächen zu verwenden. Hierdurch werden diese Waben dann zwar im oberen Bereich ausgebaut und auch bebrütet. Aber: In der unteren Wabenhälfte entstehen zwischen den Leisten der Seitenteile und des Unterleistchens große Lücken ohne Wabenbau. Diese Lücken werden später, wenn der Drohnentrieb mächtig geworden ist, und wenn sonst keine rechte Baugelegenheit besteht, von den Bienen mit Drohnenbau ausgefüllt. Danach sind solche Waben später immer ein Grund zum Ärgernis für den Imker und stellen durch diesen Drohnenbau eine ständige Varroa-Brutstätte dar. Auch werden in diese Lücken später oft die Schwarmzellen errichtet und hier vom Imker nicht selten übersehen.
Das Einhängen einer Mittelwand mitten in das Brutnest oder nach vorne, hinter die Stirnwabe, hat auch arbeitstechnisch enorme Nachteile für Imker und Bienenvolk. Man muss, um vorne oder in der Mitte Mittelwände zu geben, den gesamte hinteren Wabenbau weiter nach rückwärts hängen und nach dem Geben der Mittelwand, den Wabenbau wieder anhängen und ordnen. Dies alles bedeutet unnötigen Zeitaufwand und eine ungeheure Störung für das so behandelte Volk.
Eine ganz besonders schöne Möglichkeit zu jungem Wabenbau zu kommen ist gegeben, wenn rechtzeitig die Brutdistanzierung durchgeführt wird. "Rechtzeitig" bedeutet, dass im Volke, bei dem die Brutdistanzierung durchgeführt werden soll, noch keine Schwarmstimmung aufgekommen sein darf. Bei unserer sanften und gut lenkbaren CARNIKA-Biene kann/sollte das spätestens dann geschehen, wenn die ersten "Spieldöschen" (das sind die kleinen, den Eichelnäpfchen sehr ähnlichen, noch unbestifteten Näpfchen an den unteren oder seitlichen Wabenrändern) zu erkennen sind. Sind in den Schwarmzellen schon junge Larven vorhanden, so werden gegebene Mittelwände oft nicht oder nur sehr zögernd oder mit Schwarmzellen "verschandelt" ausgebaut. Guten aufstrebenden Völkern sollte man die Brutdistanzierung früher zumuten. Dann baut ein solches Volk - vor allem, wenn etwas Tracht ist (Frühtracht)- bis zu 10 Mittelwände in kurzer Zeit schön und sauber zu Waben aus. Auf diesem Wege kommt man schnell und leicht zu schönem Wabenbau.
Zum Schluss noch einmal die Forderung: Immer tüchtig bauen lassen, um sauberen und jungen, gesunden und möglichst drohnenzellenfreien Wabenbau zu erhalten. Viel bauen lassen hält die Völker außerdem sammelfreudig und man sollte die alte These "Bauen lassen kostet Honig" endlich vergessen. Nach allgemeiner Erfahrung sind besonders gut bauende Völker immer zu den fleißigsten zu zählen.

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Hoffmann-Rähmchen in der Warmbau-Lagerbeute

Mitte Juni ruft ein Imker beim Verfasser an und beklagt sich über die "WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER". Er behauptet, dass die Masse des eingetragenen Honigs nicht im seitlichen Honigraum, sondern im Brutraum abgelagert wurde, und dass die "Honigkappen" auf den einzelnen Brutwaben bis zu 18 cm stark seien und die Brut dadurch enorm eingeschränkt sei und der Honig auf diesen Waben nicht geerntet werden könne. Im Honigraum sei nur ganz gering Honig abgelagert und Überhaupt nicht verdeckelt worden, während der Honig im Brutraum über den Brutflächen als regelrechte "Speckwaben" schneeweiß verdeckelt sei. Er sagte, dass man mit dieser Beute nicht zufrieden sein können und war erbost über unsere "Dreistigkeit", zu behaupten, der seitliche Honigraum wurde keine Nachteile bringen und voll genutzt werden.
Er hatte ein starkes Magazinvolk umgesetzt in die WARMBAU-LAGERBEUTE, welche er teilweise mit in Kuntzsch-Hoch-Rähmchen eingeschnittenen Gerstungwabenteilen und auch auf gleiche Weise ausgeschnittenen Brutwaben der Gerstungrahmen ausgestattet hatte. Zunächst sei alles reibungslos gegangen. Das Einschneiden aus Gerstung in die Kuntzsch-Hochrähmchen sei eine einmalige und hinzunehmende und auch gut durchführbare Methode, und sei, abgesehen von der einmaligen Schmiererei, ohne große Mühe durchgeführt worden. Dann aber war die Tracht gekommen und der Honig sei nun im Brutraum nicht erntbar.
Er habe sich so viel Mühe gemacht und für die neue Beute, in der er nun, nachdem das Hieven und Heben langsam schwer fällt, zukünftig leichter imkern wollte, lauter schöne und neue "Hoffmann-Rähmchen" mit schönen breiten, bis über die Mitte der Rähmchen reichenden Verbreiterung von einem Tischlerfreund anfertigen lassen und nun müsse er feststellen, dass er auf eine solche "Bauernfängerei" mit der Beute hereingefallen sei, und dass er nicht verstehen könne, wie ich, der ich doch in Imkerkreisen einen gewissen Ruf genießen würde, mich für so etwas hergeben könne.
Im Verlaufe des Gespräches stellte sich also heraus, dass er in der neuen WLB die Hoffmann-Rähmchern mit den verbreiterten Seitenteilen verwendet, und dass dieses verbreiterte, 35 mm breite Seitenteil mehr als die Hälfte der Rähmchenhöhe ausmacht. Danach wurde mir klar, dass seine Behauptungen sicher stimmen und dadurch, dass den Bienen durch die breiten, dicht aneinander schließenden Rähmchenseitenteile der Durchgang zum seitlichen Honigraum verwehrt ist und die "durchgehende Wabengasse" zumindest in der oberen Beutenhälfte der beiden Räume nicht mehr gegeben war. Ich sagte ihm das (als vermeintliche Ursache seiner Misere), und bat ihn, doch einmal darüber nachzudenken und die Hoffmann-Rähmchen nicht weiter zu verwenden und normale, 25 mm breite Rähmchen mit einfachen Abstandsbügeln (Paschke- Rundbügel) zu benutzen. Er versprach dies zu tun und mich von dem Ergebnis zu unterrichten.
Zwei Wochen später ruft er mich wieder an und berichtet kleinlaut und doch freudig, daß meine Hinweise richtig waren. Er hatte sogar - man lese und staune, was Imker so alles machen!- alle Waben des Volkes nacheinander bienenfrei gemacht und Stück für Stück (auch die Brutwaben) auf der kleinen Kreissäge seines Freundes auf 25 mm Breite abgerichtet, also die Hoffman-Verbreiterungen abgesägt, mit Paschke-Abstandsbügel versehen und sofort wieder dem Volke zurückgegeben. Aber zuvor hatte er die breiten Honigkappen über der Brut mit der Entdeckelungsgabel teilweise aufgeritzt. Danach hatten die Bienen in den folgenden Tagen diesen Honig aus den aufgeritzten Zellen abgetragen und im Honigraum sauber neu gelagert.
Aus diesem Beispiel - mitten aus der Praxis - kann man erkennen, dass zunächst gut und richtig erkannte Eigenheiten sich in der Praxis doch nicht bewähren. Bei der WARMBAU-LAGERBEUTE ist nämlich ganz wichtig, dass die Wabengassen des Brutraumes über das mittlings durch die Beute verlaufende Absperrgitter im Honigraum ihre Fortsetzung erfahren. Durch die breiten Seltenteile der Hoffmann-Rähmchen ist aber dieser Durchgang sehr erheblich gestört und unterbrochen, so dass einleuchtend ist, dass die Bienen dann den seitlichen Honigraum zwar besetzen, aber nur ungern als Honiglagerraum ausnutzen. Dies ist auch verständlich insofern, als das Bienenvolk durch den fast totalen Abschluss in der oberen Hälfte der Waben, den Brutraum als geschlossenen Raum annimmt und dadurch den seitlichen zweiten Raum, den Honigraum, vernachlässigt.

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Königinnenaufzucht in der WLB

Selbstverständlich ist auch in der WLB Königinnenzucht leicht möglich. Hierzu ist kein besonderes Verfahren zu empfehlen, weil praktisch jede Zucht-Methode durchführbar ist.
Der Verfasser züchtet heute nicht mehr in größeren Serien. Wer aber will, kann dies in der WLB durchaus tun. Hier bietet sich z.B. das "Jenter-Verfahren" geradezu an. Dieses Verfahren hier zu beschreiben, kann nicht Aufgabe des Verfassers sein. Man informiere sich also bei JENTER.
Kleinere Serien - und diese sollten für den "Normalimker" mit nur etwa 10 oder weniger Völkern - die Regel darstellen, lassen sich ganz besonders einfach und wirtschaftlich im Honigraum eines starken und weiselrichtigen Volkes durchführen.
Hierzu werden 3-5 Brutwaben mit sehr viel jüngster Brut in die Mitte des Honigraumes umgehängt, damit sich hier reichlich Pflegebiene vorfinden oder ansammeln. Hierbei verfährt man also gewissermaßen genauso wie beim Distanzieren der Brut zur Schwarmverhinderung. Man lese also den Abschnitt "Schwarmtrieblenkung" noch einmal durch. Besonders gute und leistungsfähige Königinnen erhält man auch, wenn man die Brutdistanzierung bei einem Volke durchführen musste, bei welchem schon bestiftete oder gar mit ganz kleinen Weiselmaden belegte Schwarmzellen gefunden werden. Solch ein Volk ist in bester Verfassung zur Pflege von Königinnenzellen. Durch den Ansatz von Schwarmzellen zeigt uns ein solches Volk, dass es Königinnenzellen ziehen will, dass es also in "Zuchtstimmung" ist. Dies ist für die Zucht ein Idealzustand.
Diese natürliche Erscheinung sollten wir ausnutzen und dem Volke lediglich Zuchtstoff unserer Wahl zur Aufzucht geben. Man kann in einem solchen Falle verfahren, wie weiter vorne unter "Bildung eines Ablegers mit der 'alten' Königin" beschrieben wurde, indem man die Maden aus den natürlichen Königinnenzellen (Schwarmzellen) mit dem Umlarvlöffelchen herausnimmt und eine Edelmade des gewünschten Zuchtstoffes auf den in der Schwarmzelle verbliebenen Futtersaft umlarvt. Hier werden dann Königinnen in echten Königinnenzellen und von einem Volke in absoluter "Zuchtstimmung" erzeugt.
Bei diesem Verfahren hat man die Möglichkeit, durchaus ausreichend viele Königinnen für einen "normalen" Imkereibetrieb mit bis zu etwa 12 Völkern zu erziehen. Mit diesen Königinnen -in verschiedenen "Pflegevölkern" erzogen- hat man die wunderbare und ertragssichernde Möglichkeit, den Schwarmtrieb in diesen Völkern zu nutzen, sowie den Auszug eines Schwarmes zu verhindern und gleichzeitig Volksreserven in Form von neu gebildeten Ablegern zu erstellen.
Nach dieser Art arbeitet der Verfasser schon seit vielen Jahren mit besten Ergebnissen und hat daher für sich, seine Freunde und die Mitglieder seiner Ortsvereines ein "Arbeitsblatt" erstellt, welches nachfolgend abgedruckt ist.
Nach diesem Schema kann man auch als voll Erwerbstätiger wunderbar ohne besonderen Aufwand arbeiten, weil fast alle wesentlichen Arbeiten sich auf die Wochenenden legen lassen.
Bei den so erstellten Königinnen, welche über den sogenannten "Begattungsableger" zur Paarung kommen, erhält man gute Königinnen aus gewünschtem und bewährten Zuchtmaterial, auch dann, wenn die Königinnen nur "standbegattet" werden. Diese Königinnen zeichnen sich immer wieder dadurch besonders aus, dass sie vollkräftig und agil sind, weil sie mitten unter Bienen ihres eigenen Volkes und vor allem ohne Käfighaft (ohne Anwendung eines "Schlüpfkäfigs") aus ihren Zellen schlüpfen und von der ersten Sekunde Ihrer "Geburt" an aller bestens von Jungbienen (wie im Naturzustand) umsorgt werden und später sehr tüchtige, langlebige und leistungsfähige Mutter werden, welche allerbeste Wirtschaftsvölker aufbauen können.
Wenn man selber keinen geeigneten Zuchtstoff hat, sollte man sich bei einem Züchter seines Vereines (seiner Gegend) um solchen bemühen. Entweder man larvt dort um, oder man erwirbt für ein paar Groschen einige Edelzellen, welche schon einen Tag "vorgebrütet" sind. Der Transport solcher Edelzellen ist (auch ohne Begleitbienen) absolut ohne Gefahr möglich. Man hüllt sie in ein feuchtes Tuch und legt sie während des Transportes nicht in die Sonne.
Diese angebrüteten Edelzellen wird man dann natürlich in einen besonderen Zuchtrahmen geben, oder - wenn es nur wenige sind - man druckt sie auf die im Honigraum hängenden (am Tag 3 des Arbeitsblattes) umgehängten Brutwaben.
Wenn man schon Königinnen bewusst (gleich mit welchem Verfahren) erstellt, so sollte man bei der Heranzucht von Königinnen nur bestes bewährtes Zuchtmaterial verwenden, damit die Mühe auch in jedem Falle belohnt wird. Man setze sich also immer mit einem guten Züchter seines Vertrauens rechtzeitig in Verbindung, um Zuchtmaterial zum gewünschten Zeitpunkt und gewünschter Form (umgelarvte Maden oder vorgebrütete Edelzellen) zu bekommen.
Noch einmal soll betont werden, dass in der WARMBAU-LAGERBEUTE System BREMER jede Zuchtmethode sicher durchführbar ist. Wegen der Vielfalt der Zuchtmöglichkeiten habe ich mich nur mit einer besonders einfachen und für den "Kleinimker" besonders vorteilhaften Möglichkeit der Königinnenerstellung beschäftigt.

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Aufzucht von Rasseköniginnen im Honigraum weiselrichtiger Wirtschaftsvölker
 mit Bildung von Begattungsablegern und gleichzeitiger Schwarmverhinderung
(nach Imkermeister J.E. BREMER 1982)

Zuchttag Wochentag Zustand bzw. Arbeiten.
1 Dienstag Die Eier für die Zucht werden heute gelegt
2 Mittwoch  
3 Donnerstag Umhängen von 3-5 Brutwaben mit jüngster Brut samt aufsitzenden Bienen in Honigraum hängen
4 Freitag Beim Züchter umlarven und belarvte Weiselzellen auf die gestern umgehängten Brutwaben
(oder in Zuchtrahmen) eingeben
5 Samstag evtl. beim Züchter "angebrütete" Edelzellen abholen und wie am Vortag verfahren
6 Sonntag  
7 Montag bei Trachtlosigkeit pflegendes Volk leicht und dünnflüssig füttern (Läppertracht vortäuschen)
8 Dienstag Die Edelzellen werden heute verdeckelt
9 Mittwoch Edelzellen sehr empfindlich! RUHE !!!
10 Donnerstag
11 Freitag
12 Samstag  
13 Sonntag Mit den an Tag 3 umgehängten Brutwaben aus dem Honigraum und reifer Edelzelle sowie futterhaltiger Wabe u. reichlich Bienen Begattungsableger bilden
14 Montag  
15 Dienstag  
16 Mittwoch Je nach Tracht u. Witterung während der Pflegezeit
schlüpfen die Königinnen am Tag 16 oder 17; also heute
17 Donnerstag
18 Freitag  
19 Samstag  
20 Sonntag Ableger kontrollieren ob Königin geschlüpft und ob Futter ausreicht. evtl. Königin zeichnen
21 Montag Ab heute
bis zum kommenden Samstag
Begattungsableger wegen der
"Hochzeitsflüge" der Königin
nicht stören
22 Dienstag
23 Mittwoch
24 Donnerstag
25 Freitag
26 Samstag
27 Sonntag Wenn in der vergangenen Woche gutes Wetter herrschte, könnte die Königin schon begattet oder gar schon in Eiablage sein !
Nach Beginn der Eiablage der Königin den Ableger bei Futter halten und bedarfsweise erweitern.

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